Das Darmmikrobiom besteht aus ca. 40 Billionen Bakterien und ist, da sich auch die Diagnostik entscheidend verbessert hat, seit einigen Jahren Gegenstand intensiver Forschung. Bakterien im Darm sind essentiell für die Darmschleimhaut, Immunfunktion sowie metabolische Funktionen. Sie beeinflussen über die Verbindung zum Gehirn auch Stimmungen und kognitive Funktionen. Diese Aufgaben des intestinalen Mikrobioms werden nur dann richtig erfüllt, wenn physiologische Bakterien-Spezies in optimaler Zusammensetzung auf der Darmschleimhaut siedeln. Bei einer Vielzahl von Erkrankungen spielen eine veränderte Bakterienvielfalt und eine veränderte Balance der Keimgruppen des intestinalen Mikrobioms eine wichtige Rolle. Die Zusammensetzung dieser Bakterienbesiedlung im Darm kann durch eine neue molekulargenetische Stuhlanalyse mit Hilfe des Next-Generation-Sequencing (NGS) genau bestimmt werden.
 
In ihrem Vortrag beschreibt Dr. rer. nat. Sibylle Blumenthal, wie anhand von bestimmten Bakterienspezies und anhand welcher Auffälligkeiten innerhalb der Keimgruppen dysbiotische Zustände im Darm erkannt werden können.
 
Darmmikrobiom – Warum und wann wird es untersucht?