Vortragsreihe Neurostress
Thema: Neurostress-Zusätzliche Information durch Messung der Neurostransmitter-Metaboliten: Fallvorstellungen
Referentin: PD Dr. med. Wilfried Bieger
Ort: München, Augustenstrasse 10, Bavariahaus

Die Analyse des zentralen Nervensystems (ZNS) basiert inzwischen fest auf der
Analyse der Neurotransmitter im Urin (NTU). Unterschiede in der dynamischen oder
genetischen Aktivität der Enzyme, die den Metabolismus der Neurotransmitter
regeln, können das Ergebnis jedoch stark beeinflussen und zu Fehlinterpretationen
verleiten. Die wesentlichen Enzyme, die am Abbau der biogenen Amine teilnehmen
sind die MAO (Monoaminoxidase) in ihren beiden Varianten MAOA und MAOB und
außerdem die COMT (Catechol-O-Methyl-Transferase). Daneben spielen natürlich
genetische Varianten der Enzyme, die die Synthese der Neurotransmitter steuern,
eine relevante Rolle (Tph1, 2; Th). Noch wichtiger ist die Rolle der Enzyme, die den
Neurotransmitter-Reuptake (die Wiederaufnahme in die Synapsen) steuern.
Für die Praxis sind die Abbauenzyme MAO und COMT am wichtigsten und über das
Muster der NT-Metaboliten feststellbar. Wann könnte die Einbeziehung der
Metaboliten in die Neurotransmitterdiagnostik (NT) sinnvoll sein:
– bei unerklärlich hohen oder niedrigen NT-Werten im zweiten Morgenurin
– für die richtige Auswahl von Antidepressiva bzw. Aminosäurevorstufen
– bei Verdacht auf veränderte MAO- oder COMT-Aktivität
– bei fehlender Wirksamkeit von Antidepressiva oder Aminosäure-NT-Vorstufen

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