+

Was messe ich im Labor?

SARS-CoV-2 Labordiagnostik

+

SARS-CoV-2 Laborinfo aktualisiert

Wir haben unsere Corona Laborinformationen auf den aktuellen Stand gebracht. Insbesondere haben wir dabei das Thema Impfen und neutralisierende IgG Antikörper berücksichtigt. Darüber hinaus können Sie über uns ein neues Laborprofil anfordern, um Risikopatienten für eine SARS-CoV-2 Infektion zu erkennen.

Übersicht Labordiagnostik SARS-CoV-2

+

Nachweis von neutralisierenden Antikörpern

Die Fragen häufen sich, mit welchen Tests die neutralisierenden (schützenden) Antikörper nach Impfung oder Infektion gemessen werden können. Der Goldstandard dafür ist der sogenannte PRNT (Plaque-Reduction-Neutralisation-Test), der aufgrund der dazu notwendigen Anzucht von lebenden Viren in niedergelassenen medizinischen Laboratorien nicht durchgeführt werden kann. Die Labormedizin setzt alternativ Surrogat-Neutralisationstests auf Basis von ELISA-Methodik oder speziell dafür qualifizierte Antikörpertests auf Laborautomaten ein.
 
Österreich veröffentlichte nun mit der aktuellen COVID-19 Verordnung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit und Pflege neue Rahmenbedingungen für die Verwendung von diagnostischen Tests, welche die Detektion neutralisierender Antikörper ermöglichen. Hinsichtlich der Testung für anstehende Ferienreisen beschäftigt diese Thematik jetzt auch deutsche Labore. Es stellt sich die Frage, welche diagnostischen Tests geeignet sind, um neutralisierender Antikörper nachzuweisen.
 
Lab4more verwendet seit Anfang des Jahres den LIAISON SARS-CoV-2 TrimericS IgG Assay, der hierfür geeignet ist. Der spezielle Aufbau des TrimericS-Antigens erlaubt es, das gesamte Spektrum neutralisierender Antikörper zu detektieren. Unabhängige Studien bestätigten mittlerweile die Eignung des Assays. Eine Studie aus den Vereinigten Arabischen Emiraten kam zum Ergebnis, dass der LIAISON SARS-CoV-2 TrimericS IgG Assay unter 5 verglichenen Testmethoden die beste Performance zeigte, was sowohl bei der Analyse der ROC Kurve als auch im Vergleich mit dem Goldstandard PRNT ersichtlich war.
 
Der in der Studie getestete und von Laboren unter dem Namen Neutralisationstest eingesetzte Surrogat-Neutralisationstest zeigte eine geringere Leistungsfähigkeit im Vergleich zum LIAISON SARS-CoV-2 TrimericS IgG, obwohl die Autoren eine Anpassung des Cut-offs vornahmen und ganz grundsätzlich die Cut-offs der verwendeten Assays teilweise stark anpassen mussten, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
 
Beim DiaSorin Assay passte man den Hersteller Cut-off nur geringfügig an. Die Verwendung des TrimericS Spike-Proteins zur Detektion neutralisierender Antikörper ist mittlerweile auch funktionell besser beschrieben. In einer neuen Science Publikation von Voss et al. ist gut ersichtlich, dass das Antikörper Repertoire zur Neutralisierung von SARS-CoV-2 über die Wirkung an der RBD-Region des Spike-Antigens hinausgeht. 84 % der Anti-Spike IgG-Antikörper waren nicht gegen die RBD-Region gerichtet. Darunter befanden sich auch stark neutralisierende Antikörper, die stattdessen gegen die NTD-Regionen gerichtet waren.
 
Der bei Lab4more verwendete LIAISON SARS-Cov-2 TrimericS IgG Assay erfasst sowohl die RBD- als auch die NTD-Region des Spike-Antigens und detektiert daher ein vollständigeres Neutralisations-Spektrum. Damit ist er bestens geeignet, um die Antikörpertiter von genesenen und geimpften Personen mit hoher Sensitivität und Spezifität festzustellen.
 
Referenzen:

  • Sally A. Mahmoud et al., Evaluation of serological tests for detecting SARS-CoV-2 antibodies: implementation in assessing post vaccination status, medRxiv April 2021
  • William N. Voss et al., Prevalent, protective, and convergent IgG recognition of SARS-CoV-2 non-RBD spike epitopes, Science May 2021

+

Ersetzt eine nachgewiesene Immunität im Labor eine Impfbescheinigung?

Ob der labordiagnostische Nachweis von neutralisierenden Antikörpern und/oder T-Zellen gegen SARS-CoV-2 zukünftig analog wie der Nachweis der vollständigen Impfung bürokratisch anerkannt wird, ist derzeit noch unklar und Gegenstand der aktuellen politischen Diskussion.

+

Ist eine Impfung auch nach bereits durchgemachter Infektion sinnvoll?

Personen, die bereits eine Infektion mit SARS-CoV-2 überstanden haben, können ihren Immunschutz durch eine einmalige „Nachimpfung“ deutlich verbessern. Zu dem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die das hochangesehenen Wissenschaftsmagazin Lancet (2021; DOI: 10.2139/ssrn.3812375) im Mai 2021 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen nach einer 2-fachen Impfung von bereits Infizierten eine mindestens ebenso gute Immunität wie bei Personen, deren Immunsystem noch keinen Kontakt zum Pandemievirus hatte. Zudem wurde die Stärke, Breite und Effizienz der durch die Infektion generierten Immunantwort durch die Impfung nochmals deutlich verbessert. Insbesondere die größere Breite der Immunantwort wird als ein wichtiger Grund angegeben, nicht auf die Nachimpfung zu verzichten. Selbst wenn nach einer Infektion (oder einer 1. Impfdosis) bereits ein guter Immunschutz erzeugt vorliegt, steigt dadurch unter anderem auch die Wahrscheinlichkeit einer neutralisierenden Immunität gegen Virusmutationen.

Zur Frage, ob eine Impfung nach bereits durchgemachter Infektion mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen verbunden ist, gibt das RKI folgende Aussage:

“Die bisher vorliegenden Daten geben insgesamt keine Hinweise darauf, dass die Impfung nach bereits durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion problematisch bzw. mit Gefahren verbunden wäre, das gilt für Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfung. In den Zulassungsstudien der beiden mRNA-Impfstoffe sind auch Teilnehmer:innen eingeschlossen gewesen, die bereits im Vorfeld eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht hatten. Die Impfung wurde von diesen Personen nicht schlechter vertragen als von primär seronegativen Studienteilnehmer:innen. Lokale und systemische Reaktionen nach den Impfungen waren teilweise sogar weniger stark ausgeprägt. Die Effektivität der Impfung ist nicht unterschiedlich, wenn bereits eine SARS-CoV-2-Infektion vorangegangen ist. Vor diesem Hintergrund besteht keine Notwendigkeit, vor einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten, asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.”

Quelle: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

+

Labordiagnostik SARS-CoV-2: Fragen aus der Praxis, Antworten aus dem Labor

In seinem etwa einstündigen Online-Vortrag erläutert Dipl.-Biol. Wolfgang Mayer häufige Fragen rund um die Corona-Infektion und Impfung. Sie erhalten gezielt Einblick darüber, welche Antworten die Labordiagnostik liefern kann. Themen sind z. B. Prävention einer Corona-Infektion und eines schweren Verlaufes, Immunitätslage bei Infektion und Impfung, Allergien gegen Impfstoffbestandteil sowie Post/Long-COVID.

Labordiagnostik zu SARS-CoV-2: Fragen aus der Praxis, Antworten aus dem Labor

+

Neues Profil Corona Risk - Risikopatienten erkennen

Etliche Risikofaktoren für einen schweren Verlauf einer SARS-CoV-2 Infektion sind bekannt. Dazu gehören Leber- und Nierenerkrankungen, kardiovaskuläre Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Diabetes, Lungenerkrankungen, Immundefizite sowie niedrige Vitamin D-Spiegel. In dem neuen Profil sind dementsprechend Labormarker für diese bekannten Risikofaktoren zusammengestellt, im Einzelnen sind dies:

  • Herzinsuffizienz: NT-ProBNP
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen: Lp-PLA2, HDL, LDL, Triglyceride, Cholesterin, CRPs
  • Nierenerkrankungen: Kreatinin, Cystatin C
  • Lebererkrankungen: GOT, GPT, Cholinesterase
  • Diabetes: HbA1c
  • Asthmatische Erkrankungen: ECP, Blutbild
  • Humorale Immundefekte: Immunglobuline

Zusätzlich wird die Immunitätslage (IgG) gegenüber saisonalen Coronaviren und SARS-CoV-2 ausgewiesen, so dass eine bereits ausgebildete Immunität gegenüber SARS-CoV-2 erkannt wird. Sind Antikörper gegen saisonale Coronaviren vorhanden, kann dies im Sinne einer günstigeren immunologischen Ausgangslage bei Infektion mit dem neuartigen Coronavirus interpretiert werden.

Sie möchten das neue Profil anfordern? Bitte das Stichwort “Corona Risk-Profil” im Feld zusätzliche Untersuchungen auf den Bogen schreiben.

Benötigtes Probenmaterial: 3 Serum, 1 EDTA

+

AAT-Mangel im Serum: Risikofaktor bei Corona-Infektion

Alpha 1 Antitrypsin (AAT) ist bekannt als Entzündungsmarker im Stuhl für eine Darmschleimhaut-assoziierte Entzündungsreaktion. AAT wird in der Leber gebildet und schützt Gewebe vor Eiweiß-abbauenden Enzymen (Proteasen), die bei der akuten Immunabwehr eine Rolle spielen. An der Schleimhaut und insbesondere für die Lungenbläschen ist dieser Schutzmechanismus von zentraler Bedeutung, um Gewebeschäden zu verhindern.

Ein verminderter Alpha-1-Antitrypsinwert im Serum (< 80 mg/dl) deutet auf einen vererbten Mangel des Enzyms hin. Bei einem solchen Mangel können die Lungenbläschen im Verlaufe einer Infektion durch die resultierende Immunreaktion nachhaltig geschädigt werden. Damit erhöht ein AAT-Mangel bekanntermaßen das Risiko für einen schweren Verlauf von Lungenerkrankungen, trägt zu einer chronischen Entzündung des Lungengewebes bei und führt zu COPD. Personen mit AAT-Mangel sind daher bei einer SARS-CoV-2 Infektion hochgradig gefährdet und haben ein großes Risiko für einen schweren Infektionsverlauf.

Aus diesem Grund haben wir den Parameter in unser schon verfügbares Corona Risk-Laborprofil aufgenommen.

+

Ivermectin: Wurmkur gegen Viren?

Nach wie vor forscht man mit Hochdruck an Therapeutika, die zur Behandlung von COVID-19 Infizierten eingesetzt werden können. Schon im Juni 2020 erregte eine Publikation in der Zeitschrift Antiviral Research weltweites Aufsehen, in der die Hemmwirkung hoher Konzentrationen des zugelassenen und günstigen Anthelminthikums Ivermectin auf Coronaviren in-vitro beschrieben wurde. Die Publikation führte vor allem in Südamerika zu einer massenhaften Verwendung des Medikaments und zu einem Status von Ivermectin als Wundermittel gegen Coronaviren. In Bolivien empfahl das Gesundheitsministerium sogar offiziell die Einnahme von Ivermectin.

Im März veröffentlichte nun die renommierte Fachzeitschrift JAMA die Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie mit Ivermectin an Corona-Patienten. Sie kommt zu dem Schluss, dass leider keine eindeutige Wirkung des Medikaments erkennbar ist (JAMA; 2021: DOI: 10.1001/jama.2021.3071). Die in der in-vitro Studie eingesetzten extrem hohen Konzentrationen von Ivermectin können beim therapeutischen Einsatz auch nicht ansatzweise erreicht werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand kann man also eine Behandlung mit Ivermectin bei Corona-Infektion nicht empfehlen.

+

Long-COVID auf dem Vormarsch

Nach neuesten Einschätzungen geht man davon aus, dass 10-15 % der COVID-19 Infizierten auch Monate nach überstandener Infektion noch an Symptomen leiden. Dies betrifft explizit nicht nur Personen mit einem schweren Infektionsverlauf, sondern gerade jüngere Patienten mit eher milder Akuterkrankung. Die Symptomatik ist vielfältig und reicht von Atemwegssymptomen, Hypertonie, Schlafstörungen, neurologischen Störungen, Muskel- und Gelenkschmerzen bis zu Abgeschlagenheit, Erschöpfung und depressiven Episoden.

Die Ähnlichkeit mit dem Symptombild bei ME/CFS ist gegeben. Eine aktuell publizierte Untersuchung im Magazin Nature (2021; DOI: 10.1038/s41586-021-03553-9) zeigt eine erhöhte Morbidität und Mortalität im ersten halben Jahr bei Personen mit milder Infektion. Die Parallelen zu ME/CFS sind offensichtlich: Auch bei diesem Krankheitsbild werden postvirale Schädigungen als wahrscheinlichste Ursache angenommen. Allerdings scheint die Häufigkeit mit 10-15 % der betroffenen Infizierten weit höher zu liegen als bei anderen viralen Erkrankungen. Als wahrscheinlichste Auslöser werden derzeit Autoantikörper gegen Achetycholin- und Katechonamin-Rezeptoren diskutiert, die bei suszeptiblen Personen im Rahmen der Infektion gebildet werden können. (JTAUTO 2021 https://doi.org/10.1016/j.jtauto.2021.100100).

+

IgG Impftitertest erfasst neutralisierende Antikörper, auch von neuen Mutationen

Schon seit Anfang Februar führen wir als eines der ersten Laboratorien in Deutschland einen spezifischen IgG-Test zur quantitativen Bestimmung von neutralisierenden IgG-Antikörpern gegen SARS-CoV-2 durch. Dieser Test erfasst gezielt neutralisierende (schützende) Antikörper und eignet sich nicht nur zum Nachweis des Impferfolges (Impftiterkontrolle), sondern auch zur Überprüfung der humoralen Immunität nach überstandener Infektion. So lässt sich feststellen, ob genügend Schutz vor zukünftigen Infektionen besteht.
Es konnte bestätigt werden, dass das in diesem Assay verwendete trimere SARS-CoV-2 Spike-Protein auch Antikörper gegen alle bekannten neuen SARS-CoV-2 Varianten nachweisen kann.

+

SARS-CoV-2 IgG-Impftiter: Neue Einheit nach WHO Standardisierung

Die WHO hat vor kurzem eine einheitliche Einheit für die Quantifizierung von IgG Impftitern bei Corona-Geimpften definiert, den „First WHO International Standard“. Wir greifen diese Empfehlung auf und geben auf den Befunden den IgG-Impftiter nun in BAU/ml an (BAU= Binding Antibody Units). Der Referenzbereich wurde entsprechend angepasst.

+

Spike ITT: Kontrolle der zellulären Immunantwort

Seit längerem besteht mit dem ITT Corona die Möglichkeit, die T-Zelluläre Immunantwort gegenüber saisonalen Coronaviren und dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 im Labor zu überprüfen, wobei mehrere Antigene von SARS-CoV-2 (Nukleocapsid und Spike) eingesetzt werden. Der neue, reduzierte ITT Spike ermöglicht den Nachweis und die Differenzierung spezifischer T-Zellen ausschließlich gegenüber dem SARS-CoV-2 Spike Protein, welches nach der Impfung im Körper gebildet wird und dadurch die Immunantwort gegen SARS-CoV-2 hervorruft. Der Test ist speziell dafür gedacht, nach einer Impfung zusätzlich zur Antikörper-Impftiterkontrolle auch die zelluläre Immunantwort, die durch die Impfung induziert wurde, zu überprüfen. Die T-Zell-Antwort wird über die Freisetzung von Interleukin-2 und Interferon-gamma ermittelt. Damit werden sowohl Gedächtnis- als auch Effektorzellen im Read-Out berücksichtigt.

Wie bei allen zellulären Funktionstests, ist auch beim ITT-Spike die Präanalytik mit einem 24-Stunden Zeitfenster nach Blutentnahme zu beachten. Der Test ist ausschließlich als Privat- oder Selbstzahlerleistung anforderbar. Die Kosten liegen für Selbstzahler bei 76,95 Eur0.

+

Anaphylaxie-Risiko bei mRNA-Impfstoffen: Was tun?

Aktuell wird den mRNA-Impfstoffen (BioNTech/Pfizer und Moderna) eine gute Verträglichkeit attestiert. Nachrichten über anaphylaktische Reaktionen auf die beiden Impfstoffe sind selten, dennoch gibt es sie. Das liegt nach heutigen Erkenntnissen hauptsächlich am Zusatzstoff PEG (Polyethylenglycol). Schwere allergische Reaktionen auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe des Impfstoffes sind daher ein Impf-Ausschlusskriterium.

Wie gut, dass Lab4more eine spezielle Allergiediagnostik zur Reaktion gegenüber PEG bereithält. Benötigt wird dazu ein EDTA-Röhrchen.

+

Neuer Antikörpertest zur Impftiterkontrolle

Für die Kontrolle des Impferfolges ist ein neuer IgG-Antikörperassay verfügbar, der im Gegensatz zu den bisherigen qualitativen Tests quantitative Ergebnisse liefert. Zudem erfasst der Test speziell IgG-Antikörper gegen das Spike-Protein des Virus. Dieses Protein ermöglicht dem Virus in die Zelle einzutreten und ist daher auch das Immunisierungstarget der Impfungen. Die meisten bisherigen Antikörpertests erfassen nur IgG-Antikörper gegen das Nucleocapsidprotein des Virus.

Der neue quantitative IgG-Spike-Test ist ab sofort bei Lab4more anforderbar (vgl. Anforderungsbogen I: IgG SARS-CoV-2 quantitativ).

+

Allergische Reaktion auf Corona-Impfstoff im Labor testen

Nach bisherigen Erfahrungen wird der RNA-Impfstoff von Biontech gut vertragen. Die Rate an allergischen Reaktionen liegt deutlich unter der konventioneller Impfstoffe. Dies liegt sicher auch daran, dass in RNA-Impfstoffen weitaus weniger Zusatzstoffe (Impfverstärker, Immunbooster, Stabilisatoren und Konservierungsmittel) enthalten sind als in den gängigen Impfstoffen. In einer sehr geringen Anzahl an Fällen wurde von allergischen Sofortreaktionen nach Impfung mit dem Biontech Impfstoff berichtet.

Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ist dafür der darin enthaltene Zusatzstoff Polyethylenglygol (PEG) verantwortlich. PEG ist ein pharmazeutischer Hilfsstoff, der ubiquitär in vielen Medikamenten und Kosmetikprodukten Verwendung findet, z. B. auch in Salben, Sonnencremes oder Zahnpasta. PEG kann bei hochempfindlichen Personen allergische Reaktionen vom Soforttyp hervorrufen, dies ist lange bekannt. Diese Reaktionen sind im medizinischen Labor über einen Flow-Cast-Test mit PEG erkennbar. Allergiker oder verunsicherte Patienten können sich daher vor einer Impfung auf PEG-Unverträglichkeit testen lassen.

Der Test ist unter dem Stichwort Flow Cast PEG bei Lab4more anforderbar. Es wird dazu EDTA-Blut benötigt, das nicht älter als 24 Stunden ist.

+

Neue diagnostische Optionen: Antikörper Blot und ITT-Corona

In der Allgemeinpresse werden diese Tage die neuen Antigentests aus Abstrichen thematisiert, die als Erregernachweis in der schnellen Akut- und Notfalldiagnostik vor Ort in der Praxis Ihren Stellenwert haben sollen. Aber auch das labordiagnostische Spektrum für die SARS-CoV-2 Immunantwort wurde nun um zwei interessante Tests erweitert, die nicht für die Akutphase der Erkrankung, sondern gerade für die Fragestellung einer überstandenen Infektion und bestehenden Immunität gegenüber SARS-CoV-2 hochinteressant sind.

Zum einen handelt es sich um einen Corona-Blot, mit dem IgG-Antikörper im Serum sowohl gegen weitverbreitete saisonale Coronaviren als auch hochspezifisch gegenüber verschiedenen Antigenen von SARS-CoV-2 differenziert werden können. Der Blot hat damit einen klaren Spezifitäts- und Sensitivitätsvorteil gegenüber den bisherigen Antikörpersuchtests für die Fragestellung einer zurückliegenden Infektion und bestehenden Immunantwort.

Der zweite neue Test (ITT-Corona) ermöglicht den Nachweis und die Differenzierung spezifischer T-Zellen gegenüber SARS-CoV-2 und saisonalen Coronaviren aus Heparinblut und ergänzt damit ideal den IgG-Blot. Wie sich gezeigt hat, treten gerade bei asymptomatisch infizierten Personen kaum Antikörper auf bzw. sind schon nach kurzer Zeit nicht mehr nachweisbar, die zelluläre Immunantwort dagegen ist ausgeprägt vorhanden und kann als diagnostischer Marker verwendet werden. Bei der bei uns im Labor eingesetzten Testvariante werden sowohl Nukleocapsid- als auch Spike Vollantigene des neuen Virus eingesetzt und damit ein breites T-Zell Repertoire, unabhängig vom HLA-Typ, erfasst.

Die T-Zell-Antwort wird dann über die Freisetzung von Interleukin-2 und Interferon-gamma ermittelt, damit werden sowohl Gedächtnis- als auch Effektorzellen im Read-Out berücksichtigt. Wie bei allen zellulären Funktionstests ist auch beim ITT-Corona die Präanalytik mit einem 24 h Zeitfenster nach Blutentnahme zu beachten.

Bei der Fragestellung überstandene Infektion bzw. bestehende spezifische Immunantwort gegenüber SARS-CoV-2 wird mit der Kombination des SARS-CoV-2 IgG-Blots mit dem ITT-Corona die derzeit beste Aussage erreicht, sowohl humorale als auch zelluläre Immunantwort werden hochspezifisch erfasst. Beide Tests sind ausschließlich als Privat- oder Selbstzahlerleistung anforderbar. Die Kosten liegen für Selbstzahler bei 46,63 Euro (Blot) bzw. 143,40 Euro (ITT).