Neue Anforderungsformulare 2018

Anpassung sämtlicher Anforderungsbögen gemäß der DSGVO!

Zum 25. Mai 2018 wurde die bereits 2016 in Kraft getretene EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wirksam. Nach den Regelungen der DSGVO werden an die Wirksamkeit einer Einwilligung hohe Anforderungen gestellt, insbesondere mit Blick auf die Informiertheit der Einwilligung. In Zusammenarbeit mit unserem Datenschutzbeauftragten haben wir unsere Einwilligungserklärung zur Erhebung/Übermittlung von Patientendaten überarbeitet und an die Anforderungen der DSGVO angepasst. Die aktualisierte Version finden Sie auf unseren neuen Anforderungsbögen.

Bitte beachten Sie, dass in vorgefertigten Kits (z. B. Neurostress, Lab4gut) immer die Anforderungsformulare „Privatpatient“ eingelegt sind, auf denen weiterhin eine Option zur Kennzeichnung des Auftrags als Selbstzahlerleistung enthalten ist. Der Patient – oder auch Sie vor der Abgabe an den Patienten – können hier gegebenenfalls ankreuzen, dass es sich um einen Selbstzahler handelt.

Die aktuellen Formulare ohne Preisangaben können Sie unter dem Menüpunkt „Formulare“ auf unserer Website einsehen. Im „My Lab4more“-Bereich, der für Laborpartner mit Log-In zugänglich ist, können die Anforderungsbögen mit Preisangabe aufgerufen und heruntergeladen werden.

Und natürlich haben wir ab Anfang September auch zu mehreren Themenschwerpunkten neue Untersuchungen für Sie im Programm. Vor allem der Leitbogen sowie das Formular zur Darmgesundheit weisen eine Vielzahl interessanter Neuerungen auf.

Leitbogen (Bogen I)

Leider hat sich auf den ersten Drucken der neuen Anforderungsformulare ein Fehler eingeschlichen.
Bogen Privatpatient: Im Feld „RECHNUNG AN“ kann bei diesen ersten Exemplaren nur „Selbstzahler“ angekreuzt werden. Um eine falsche Abrechnung zu vermeiden, streichen Sie bitte bei solchen fehlerhaften Privat-Bögen „Selbstzahler“ durch und schreiben stattdessen „Privat“.

Erleichterter Probenversand: Kein Einfrieren der Blutröhrchen für Vitamin K und Parathormon (PTH) mehr notwendig!

Parathormon (PTH) nun aus EDTA: Serumproben für die Bestimmung von Parathormon müssen üblicherweise wegen der präanalytischen Empfindlichkeit (Halbwertszeit wenige Minuten) gefroren zum Labor geschickt werden. Ansonsten ist mit einem deutlichen Abfall der Werte zu rechnen. Eine aktuelle Publikation zeigt allerdings dem gegenüber eine gute Stabilität im EDTA-stabilisierten Vollblut (Schleck et al. Clin Chem Lab Med. 2017; 55(8):1152-1159). Die Erklärung liegt im Abbau von PTH durch Calcium-abhängige Enzyme, die Komplexbildung im EDTA entzieht Calcium diesen Enzymen. Eigene Untersuchungen bestätigen die Stabilität von PTH über bis zu 36h bei Raumtemperatur im EDTA-Blut. Ein Abtrennen des Plasmas in der Praxis ist also nicht notwendig. Wir haben deshalb die PTH-Bestimmung von Serum auf EDTA umgestellt. Dies betrifft natürlich auch alle Profile, in denen PTH enthalten ist: Osteoporose-Profil, Calcium Stoffwechsel, Vitamin-D-Metabolismus.

Vitamin K aus Serum, nicht mehr gefroren: Die Vitamin K-Bestimmung wurde bisher höchstvorsorglich aus gefrorenem Material durchgeführt. In Voruntersuchungen zur Präanalytik vor Einführung des Parameters war in einzelnen Proben ein leichter Abfall der Vitamin K2-Werte zu beobachten. Eine nun durchgeführte umfangreichere interne Untersuchungsreihe mit verschiedenen präanalytischen Bedingungen hat dies nicht bestätigt, weshalb wir zukünftig auf den Gefrierversand verzichten können.

Neue Parameter und Profil Vitamin D Metabolismus: Freies Vitamin D (fD3) und Vitamin D-Bindungsprotein (VDBP)

Als Labormarker für die Vitamin D-Versorgung hat sich die Bestimmung von 25OH-Vitamin D (Gesamt Vitamin D) etabliert. Dabei ist der Metabolismus dieses Hormons komplex, da analog zu anderen Hormonen nur freies, ungebundenes Vitamin D (fD3) biologisch aktiv ist. Nur ca. 1% des Vitamin D ist aber in dieser freien Form ungebunden im Blut verfügbar. Der Rest des Vitamin D ist an ein Transportprotein, das Vitamin D-Bindungsprotein (VDBP), und ein geringer Anteil auch an Albumin gebunden. Für VDBP sind genetische Varianten bekannt, die zu einer Beeinflussung der Konzentration an freiem Vitamin D im Blut führen. Trotz normalem Gesamt-Vitamin D können deshalb verminderte Spiegel an fD3 im Blut auftreten, ebenso wie bei vermindertem Gesamt Vitamin D, auch wenn eine adäquate Konzentration an fD3 im Blut vorliegen kann.

Dies belegt die diagnostische Bedeutung von VDBP und fD3 für die Vitamin D Versorgung. Analog zu anderen Hormonen scheint vor allem der Spiegel der freien Form diagnostische Wertigkeit zu haben. Aus diesem Grund bieten wir neu sowohl die Bestimmung von freiem Vitamin D (fD3) als auch die Messung des Vitamin D-Bindungsproteins (VDBP) im Serum an. Darüber hinaus gibt es künftig ein komplettes Profil mit allen Vitamin D-Parametern: 25OH VD3/1,25OH VD3/VDBP/fD3/PTH, was sicher die derzeit differenzierteste Beurteilung der Vitamin D-Versorgung erlaubt.

Eine aktuelle Publikation belegt in diesem Sinne die diagnostische Bedeutung der fD3-Bestimmung gegenüber der des Gesamt Vitamin D für das Sterblichkeitsrisiko bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen (Chao Yu et al., Circulation Research, 8/2018). Ausführlichere Informationen zu dem Thema erhalten Sie auf unserer Fortbildungsveranstaltung am 22. September 2018 in München.

Mikroimmuntherapie: IFT-Herpesvirus-Panels um HSV1/2 erweitert

Die im Rahmen der Mikroimmuntherapie gerne durchgeführten Antikörpernachweise gegen virale Erreger mittels der Methode IFT (Immunfluoreszenztest) wurden um HSV1/2 erweitert. Damit stehen nun für alle gängigen Herpesvirustypen (EBV, CMV, VZV, HHV6, HSV) IFT-basierte Antikörpernachweise neben den hochautomatisierten infektionsserologischen Methoden zur Verfügung.

M1/M2 Makrophagen

Analog zur Polarität der T-Helferzellen sind unterschiedliche Typen von Makrophagen bekannt, denen ein zunehmender Stellenwert bei der Steuerung der Immunantwort zugeschrieben wird. Man unterscheidet M1 und M2 Makrophagen. M1 Makrophagen stützen die zytotoxische Immunantwort und Erregerabwehr, während M2 Makrophagen antientzündliche und regenerative Antworten fördern. Die Modulation der Makrophagen von M1 in M2 wird bei Tumorerkrankungen sowohl lokal im tumorassoziierten Gewebe als auch systemisch im peripheren Blut als prognostisch ungünstig gewertet. Die Bestimmung der Makrophagensubtypen ist deshalb zukünftig im Tumorimmunstatus enthalten wie auch einzeln als Verlaufs- und Prognoseparameter anforderbar.

Neue Rubrik: Infektionsimmunologie/Erregerabwehr

Unter dieser neuen Rubrik auf dem Leitbogen werden funktionelle immunologische Untersuchungen zusammengefasst, die eine Aussage über die zelluläre Immunitätslage gegenüber latenten oder chronischen Erregern erlauben. Darunter fallen Herpesviren, zeckenübertragene Erreger sowie Yersinien, Chlamydien und TBC. Für diese Anwendung ist die zelluläre Testung seit Jahren auch schulmedizinisch etabliert. Die Untersuchungen dieser Rubrik können zur Beurteilung der generellen Immunkompetenz, zur Erkennung reaktivierter oder chronisch-aktiver Infektionen sowie zur Verlaufsbeobachtung bei Immunerkrankungen sinnvoll sein. Dadurch heben sich diese zellulären Untersuchungen von den üblichen Antikörperbestimmungen ab. Dabei ist eine bestehende Antwort nicht zwingend im Sinne einer Pathogenität zu interpretieren, sondern kann auch Ausdruck einer Immunkompetenz sein. Entscheidend für die Bewertung sind sowohl die Stärke der Antwort als auch die immunologische Qualität.

Im Rahmen dieser Rubrik wurden auch folgende Untersuchungen neu aufgenommen:

Profil ITT-Herpesviren

Hier wird die zelluläre Immunantwort gegenüber Vollantigenen der wichtigsten Herpesviren untersucht: EBV, CMV, VZV, HSV. Der Read-Out liegt sowohl auf Gedächtnis- als auch auf TH1-Effektorkompetenz. Die zusätzlich erfasste Ratio kann einen Hinweis auf den Chronifizierungs- und Latenzstatus der jeweiligen Infektion geben.

ITT-VZV

Die in-vitro Antwort gegenüber VZV-Vollantigen gibt Hinweise bei verstärkter Auseinandersetzung mit VZV im Sinne einer erhöhten Virusaktivität. Nicht immer äußern sich VZV-Reaktivierungen im Sinne des klassischen klinischen Bildes der Gürtelrose. Neuralgien und Erschöpfungssyndrome können ebenfalls durch erhöhte VZV-Aktivität bedingt sein.

ITT-Yersinien

Auch bei Yersinien kann die Kenntnis der zellulären Antwort im peripheren Blut die Einordnung der Erregeraktivität bzw. die mögliche Bedeutung der Infektion für bestehende Beschwerden erleichtern und die Serologie sinnvoll ergänzen.

ITT-zeckenassoziierte Infektionen

Zusätzlich zu den im Fokus stehenden Borrelien können durch Zecken auch andere Infektionserreger wie Babesien, Bartonellen und Ehrlichien auf den Menschen übertragen werden. Das neue Profil berücksichtigt dies und erfasst neben Borrelien auch die zelluläre Immunantwort im peripheren Blut gegenüber diesen Erregern. Die Untersuchung wird in Kombination mit serologischen Markern verwendet, um Hinweise auf stattgefundene oder möglicherweise aktive Infektionen zu erhalten.

Neues Profil: Erregernachweis in der Zecke - Erregernachweise molekularbiologisch

Der Nachweis von Infektionserregern in der verdächtigen und isolierten Zecke ist im positiven Fall kein sicherer Infektionsnachweis, allerdings im negativen Fall ein klarer Ausschluss einer Infektion und kann deshalb sinnvoll sein. In diesem neuen Profil wird die Zecke auf folgende Erreger molekularbiologisch untersucht:

Intestinale Parasitosen (Nukleinsäurenachweis mittels PCR)

Intestinale Parasitosen gehören zu den häufigsten übertragbaren Erkrankungen weltweit. Man unterscheidet Erkrankungen durch Würmer oder einzellige Parasiten. Der klassische mikroskopische Nachweis von einzelligen Parasiten nach Anreicherung ist durch eine aufwendige Präanalytik gekennzeichnet (schnellstmöglicher Transport der Stuhlprobe ins Labor, möglichst körperwarm) und im Vergleich zu Nukleinsäure-Methoden weniger sensitiv.

Der Nukleinsäurenachweis ist hochsensitiv und die Präanalytik weniger kritisch. Der Nukleinsäurenachweis ermöglicht überdies eine sichere Differenzierung von nahe verwandten Species, die sich bezüglich ihrer Pathogenität unterscheiden.

Entamoeba histolytica, Giardia lamblia, Cryptosporidium parvum: Dies sind die häufigsten einzelligen Erreger von intestinalen Parasitosen. Übertragung über Nahrungsmittel bzw. von Mensch zu Mensch (fäkal-oral)

Entamoeba histolytica: Erreger der Amöbenruhr, die mit schweren blutigen Durchfällen und Fieber verlaufen kann, aber auch chronisch mit moderaten intestinalen Symptomen. Gefürchtet sind die Peritonitis bei Durchbruch der Darmwand und Leberabszesse, wenn E. histolytica aus dem Darm über den Blutstrom verbreitet wird.

Giardia lamblia: Besiedelt den Dünndarm, teilweise unbemerkt, lediglich mit unspezifischen Symptomen und Gewichtsverlust bis hin zu schweren Durchfällen mit krampfartigen Bauchschmerzen. Komplizierend können Entzündungen der Gallenwege, der Gallenblase und des Pankreas hinzutreten.

Cryptosporidium parvum: Die Bandbreite der klinischen Manifestation reicht von der symptomlosen kommensalen Besiedelung bis zu schwersten Durchfällen bei immunkompromittierten Patienten.

Dientamoeba fragilis, Blastocystis hominis, Entamoeba dispar: Häufig stehen beim Befall mit diesen Erregern unspezifische Symptome im Vordergrund, z. B. Bauschmerzen, Übelkeit, Anorexie, Blähungen, Flatulenz, leichte Durchfälle bzw. weicher Stuhl, die mit einem Reizdarmsyndrom verwechselt werden können. Bei immunkompromittierten Patienten kann es jedoch zu schweren Durchfällen kommen. Die Prävalenz von E. dispar-Infekten ist weit höher als die von E. histolytica, in der Regel bleibt die Besiedelung asymptomatisch, bei E. dispar-Befall kann es aber auch zu nicht-dysenterischen Colitiden und Leberabszessen kommen. Bei alten oder immunkompromittierten Personen ist eine ausgeprägte Enteritis möglich.

Urin/Speichel (Bogen II)

Infektion

Auf dem Bogen II/Neurostress haben wir eine neue Rubrik eingefügt mit dem Namen Infektion.

Mit der Untersuchung EBV-Viruslast im Speichel hat Lab4more vor einigen Jahren angefangen, die Viruslast im Speichel zu bestimmen. Mittlerweile kann diese von fünf weiteren Virenarten, vornehmlich aus der Herpesvirengruppe, angefordert werden:

Das Profil Herpes-Virus-Reaktivierung macht die Virusdiagnostik aus dem Speichel komplett.

Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt sein, dass Lab4more auch die CMV-Viruslast im Urin bestimmen kann.

Allergie (Bogen III)

IgE Nahrungsmittel

Auf dem Anforderungsbogen Allergie wurden unter der Rubrik IgE Nahrungsmittel folgende Profile, Mischungen und Einzelparameter neu zusammengestellt:

Weizenprofil: f98 Gliadin, f79 Gluten, f433 Tria 14, f416 Tria 19

Getreidemischung: f4, f5, f6, f9

Nüsse

Nussmischung: f13, f17, f36, f20, f18 Paranuss: f18

Fleischsorten

Fleischmischung

Fisch/Muschel/Schalentiere

Meeresfruchtmischung: f3, f24, f37, f41, f40 Fischmischung: f3, f205, f206, f254 Thunfisch: f40 Hering: f205 Makrele: f206 Scholle: f254

Lab4dent/Dentaldiagnostik (Bogen V)

Neue Untersuchungen in der Rubrik Herddiagnostik/NICO

Die Rubrik wurde um folgende Untersuchungen aufgewertet und erweitert:

RANTES im Serum: Ubiquitäres Chemokin, welches physiologisch immer im Serum nachweisbar ist. Ein deutlich erhöhter Spiegel wurde u. a. auch in Zusammenhang mit NICO (Neuralgia Inducing cavitational osteonecrosis) Phänomenen beschrieben und kann daher auch für den Zahnmediziner diagnostisch hilfreich sein.

Profil Herd im Blut: Hier wurden Blutparameter zusammengefasst, die auf ein Herdgeschehen hindeuten können. Dazu gehören neben dem Chemokin RANTES auch hochsensitive Marker für eine bakteriell induzierte Immunaktivierung wie LPS-Binding Protein (LBP), das C-reaktive Protein sensitiv, das von Makrophagen bei Aktivierung freigesetzte lösliche CD14-Molekül sowie der Anteil an regulativen CD4-Zellen (T-reg).

Herdlokalisation im Sulcusabstrich: Die Lokalisation von Zahnherden, die oft auch bildgebend schwer erkennbar sein können, ist labordiagnostisch eine Herausforderung. Nach langer Entwicklungsarbeit können wir dazu nun eine Diagnostik aus dem Sulcusabstrich anbieten, die geeignet ist, beherdete Zähne zu identifizieren. Dazu werden mit Massenspektrometrie typische Eiweißabbauprodukte im Sulcus identifiziert und quantifiziert. Je höher der Gehalt an diesen Biomarkern, desto wahrscheinlicher ist ein Herdgeschehen an diesem Zahn.

TNF-Hemmtest mit Aromaölpanel (Bluttest) – Antientzündliche Wirkung von Aromaölen: Der bekannte Hemmtest für TNFalpha zur Objektivierung und Optimierung antientzündlicher Therapien in der Zahnmedizin, speziell für das Problemfeld Parodontitis, wird um ein Panel mit Aromaölen erweitert. Mit diesem neuen Panel kann die antientzündliche Wirkung der Aromaöle patientenindividuell ermittelt und das am besten wirksame Öl identifiziert werden. Damit ergänzt dieser Test optimal das Aromatogramm aus dem Abstrich, bei dem das Öl mit der besten antibakteriellen Wirkung ermittelt wird.

Lab4gut/Darmgesundheit (Bogen VI)

Leider hat sich auf den ersten Drucken der neuen Anforderungsformulare ein Fehler eingeschlichen.
Das Lab4gut basis-Profil enthält natürlich nicht nur „1“ Leitkeim, sondern 11 Leitkeime.

Die intestinale alkalische Phosphatase im Stuhl

Ein Schlüsselenzym der intestinalen Schleimhautbarriere und Antiinflammation

Alkalische Phosphatasen gehören zu einer Enzymgruppe, die Phospatester hydrolysiert. Beim Menschen werden 15 Isoenzyme unterschieden, die in verschiedenen Geweben und Organen vorkommen. Die intestinale alkalische Phosphatase (intestinale AP) ist als einzige Isoform in den Darmepithelzellen lokalisiert, wird dort exprimiert und ist in der mukosalen Membran sowie im Darmlumen aktiv. Die Expression findet im gesamten Darm statt, ist jedoch im Duodenum am höchsten, während die Phosphataseaktivität im terminalen Ileum am ausgeprägtesten ist. Die Expression der intestinale AP ist abhängig von dem Entwicklungsstadium, der Ernährung und dem Entzündungsstatus.

Die vier wichtigsten bekannten Funktionen sind die Regulation der Bicarbonat-Ausschüttung und Erhaltung des pH-Wertes im Duodenum, die Absorption von langkettigen Fettsäuren, die Kontrolle über intestinale Inflammationsprozesse durch die Entgiftung von sogenannten PAMPS (pathogen-assoziierte molekulare Muster) sowie die Regulation des Darmmikrobioms. Substrate für die intestinale AP sind LPS, Flagellin und Nucleotid-Di-(Tri-)Phosphate.

LPS ist ein Zellwandbestandteil von Gram-negativen Bakterien und im Darmtrakt nachweisbar. Die Toxizität von LPS ist auf spezielle Lipidbindungsstellen zurückzuführen, die an den toll-like Rezeptor4 binden, was in der Folge Entzündungsreaktionen auslöst. Die intestinale AP beugt der TLR4-, der NFkB-Aktivierung sowie der Expression proinflammatorischer Zytokine vor. Bei den entsprechenden Untersuchungen zeigte sich, dass für die Expression der intestinalen AP die Anwesenheit von Bakterien notwendig ist. Es besteht die Vermutung, dass die AP in der Lage ist, die Homöostasestabilität der normalen Darmflora zu regulieren, das heißt, die Zusammensetzung der physiologischen Darmflora aufrecht zu erhalten.
Die Messung der intestinalen AP im Stuhl ist ein Marker für die Integrität der Darmschleimhaut, erhöhtes Entzündungsgeschehen und erhöhte bakterielle Translokation an der Darmschleimhaut. Niedrige intestinale AP-Spiegel im Stuhl treten auf bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Zöliakie, nekrotisierender Enterokolitis, Antibiotika-assoziierte und Clostridium difficile-assoziierte Diarrhö und bei metabolischem Syndrom Übergewicht und oft bei fettreicher Ernährung.

EDN (Eosinophil derived Neurotoxin) im Stuhl

Marker für chronische Entzündung und zur Differentialdiagnose bei bestimmten Allergientypen

EDN wird von aktivierten Eosinophilen besonders bei allergischen Reaktionen freigesetzt. EDN ist eine Ribonuklease, die ein starkes Zelltoxin ist und antivirale, antibakterielle und antiparasitäre Aktivität besitzt.

Kürzlich konnten ansteigende EDN-Werte am Beispiel von Bettlägerigen, mit und ohne Hypoxämie, als progressives Zeichen für eine intestinale Entzündung und Gewebezerstörung vor allem im Dünndarm gewertet werden. Der Dünndarm ist offensichtlich besonders anfällig für einen bakteriellen Overgrowth aufgrund verschiedener Faktoren wie unausgewogene Ernährung (westliche Ernährung), physische Inaktivität, assoziierte Hypoxie oder sich verschlimmernde Verstopfung.

Bei Nicht-IgE-vermittelten gastrointestinalen Nahrungsmittelallergien fehlen häufig die Symptome, was die Diagnostik erschwert. Neuerliche Studien zeigten, dass der Marker EDN im Stuhl bei verschiedenen Ausprägungen dieser speziellen GI-Allergie ansteigt, z. B. bei Nahrungsmittelprotein-induzierter Colitis (FRIES) oder Nahrungsmittelprotein-induzierter Enteropathie. Aber auch zur Abgrenzung von IgE-vermittelten Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie zur Therapiekontrolle besitzt EDN einen gewissen diagnostischen Wert.

Neue Rubrik: Bakterieller Metabolismus/Kurzkettige Fettsäuren (SCFAs)

Ballaststoffe, aber auch Proteine und Peptide, die dem Verdauungsprozess durch die Wirtsenzyme im oberen Verdauungstrakt entgehen, werden durch Bakterien im Dickdarm metabolisiert. Die Hauptprodukte aus der mikrobiellen Fermentationsaktivität im Darm sind die sogenannten kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs - short chain fatty acids), vor allem Acetat, Butyrat und Propionat.

Diese werden üblicherweise in einem Verhältnis von 60 % : 20-25 % : 15-20 % (Acetat : Propionat : Butyrat) gefunden. Bei geringer Ballaststoffaufnahme können die Bakterien ihren Stoffwechsel auf den Verbrauch energetisch nicht so günstiger Wachstumsquellen wie Aminosäuren und Fette aus der Nahrung oder endogene Proteine umstellen. Daraus resultierten eine verminderte fermentative Aktivität der Mikrobiota und weniger SCFAs als Endprodukte. Eine verstärkte Ausnutzung von Proteinen beeinflusst also den SCFA-Pool. Zu den SCFAs-bildenden Bakterien zählen Laktobazillen, Bifidobakterien, Streptokoken, einige Eubakterien sowie Bakteroides-Arten, Akkermansia und Faecalibacterium.

Folgende physiologisch wichtige Aufgaben der SCFAs sind bekannt:

Therapeutisch ist der Einsatz von Ballaststoffen in der Nahrung oder als Nahrungsergänzung in Verbindung mit Probiotika (Säuerungsbakterien) empfehlenswert. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen hat sich teilweise die Verwendung von Buttersäure oral als Kapsel oder als Einlauf bewährt.

Lab4gut Basis: Ergänzt durch 4 weitere Keime!

Das Lab4Gut Panel wird stets dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand der dysbiotischen Mikrobiota assoziierten Erkrankungen angepasst. Daher wurden drei weitere kommensale Darmkeime in das Panel aufgenommen. Sie gehören zu den Butyratbildnern (Roseburia intestinalis) und zur Protektivflora (Bifidobakterium longum, Bacteroides fragilis), die sowohl immunregulierend als auch anti-inflammatorisch durch Reduktion der NF-kB Expression wirken und dadurch die Produktion inflammatorischer Zytokine wie TNF-α und IL-6 hemmen. Die Darmbarrierefunktion wird durch eine verstärkte Expression von Tight-Junction Proteinen verbessert und die Kolonisation mit pathogenen Keimen eingedämmt.

Darüber hinaus wurde auch ein methanbildendende Archaeon, Methanobrevibacter smithii aufgenommen, welches durch Umsetzung von bakteriell gebildetem Kohlendioxid und Wasserstoff zu Methan indirekt die Fermentation von Polysacchariden und Kohlehydraten beschleunigt und auf diese Weise eine effizientere Energieextraktion fördert. Ein vermehrtes Vorkommen dieses Archaeon kann so zu einer Gewichtszunahme führen und letztlich zur Fettleibigkeit beitragen.